In Fachkreisen gilt sie längst als Baustandard der Zukunft: die „Passivbauweise“ für Häuser, die fast vollständig ohne Heizenergie auskommen.
Hannover nimmt unter den Großstädten eine Führungsrolle ein. Im Stadtteil Badenstedt wird jetzt ein 10.000 Quadratmeter großes Gesundheitszentrum in dieser Technik errichtet, in der Nordstadt das ehemalige „Chaostage-Haus“, das einst den geplünderten Penny-Markt beherbergte, in diesem Standard umgebaut. Und im Mai treffen sich 800 internationale Experten in der Stadt, um über die Technik der Zukunft zu diskutieren, die in Hannover längst in der Gegenwart angekommen ist.
Der Gesundheitsneubau „Badenstedter Kreuzpunkt“ soll dank extremer Wanddämmung und ausgeklügelter Lüftung etwa 80 Prozent weniger Heizenergie verbrauchen als vergleichbare Bauten. Nach Angaben des Stadtwerke-Fonds proKlima, der das Projekt mit 10.000 Euro unterstützt hat, ist es bundesweit das erste Geschäftszentrum dieser Größe, das im Passivbauweise errichtet wird. Die Pläne stammen von Uwe Pielhop vom Langenhagener Architekturbüro A3, siehe sehen eine Kombination von Gesundheitsdienstleistungen und Geschäften vor. Unter anderem richtet die Rewe-Gruppe einen Lebensmittelfrischmarkt ein.
In Hannover wurden bereits zur Expo Reihenhäuser am Kronsberg in Passiv-Bauweise errichtet. Im Nordstädter Edwin-Oppler-Weg wurde ein großes Jahrhundertwendehaus nachträglich in den Standard umgebaut, in der nahen Schaufelder Straße investiert der Industrielle Ulrich Stiebel drei Millionen Euro in das ehemalige „Chaostage-Haus“.
Konferenz der Experten: 800 Fachleute aus Europa, Nordamerika und Asien treffen sich am 19. und 20. Mai im Congress Centrum zur Spezialistentagung über Passivhäuser. Für interessierte Laien soll es eine begleitende Ausstellung geben, in der Vorzüge der Technik und finanzielle Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden.
aus : Hannoversche Allgemeine Zeitung, 23.01.2006
(http://www.haz.de/cebit/284556.html)


