Passivhäuser bekommen Bestnote bei der Behaglichkeit

Wer ein Haus kauft oder mietet, will dort auf jeden Fall behaglich wohnen. Also im Winter nicht frieren, keine Zugluft spüren oder kalte Füße bekommen, aber auch im Sommer nicht schwitzen. Die Garantie einer guten thermischen Behaglichkeit ist das Ziel aller technischen Anstrengungen zur Heizung und Klimatisierung. Behaglichkeit halten viele nur für ein subjektives Urteil, das je nach Person anders ausfällt. Behaglichkeit kann aber auch objektiv bestimmt werden.

Die vier Faktoren, die das Raumklima bestimmen, sind die Lufttemperatur, die Strahlungstemperatur, die relative Luftgeschwindigkeit und die Luftfeuchte. Sie können leicht gemessen werden. Ob es uns in einem Raum behaglich ist, hängt zusätzlich auch noch von den Faktoren Aktivität und Bekleidung ab.

Objektive Behaglichkeit: Messergebnisse aus Passivhäusern

Der Passivhaus-Standard ist einer der am genauesten überprüften Baustandards: In rund 400 Wohneinheiten wurden Messungen im Rahmen wissenschaftlicher Forschungs-Projekte durchgeführt. Sie haben nicht nur nachgewiesen, dass der Heizenergieverbrauch in Passivhäusern sensationell niedrig ist, sondern auch dass sie sehr behaglich sind, also im Winter kuschelig warm und im Sommer angenehm kühl.

Über 200 Passivhäuser in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich und Schweden sind innerhalb des Projektes Kostengünstige Passivhäuser als europäische Standards (CEPHEUS) entstanden, das von 1998 bis 2001 lief. Die Raumtemperaturen im Winter lagen im Durchschnitt in allen gemessenen Projekten über 21°C. Generell ist ein Trend zu höheren Raumtemperaturen bei verbessertem Dämmstandard der Gebäude zu beobachten: Wenn der höhere Komfort zu geringen Kosten technisch realisierbar ist, wird er augenscheinlich auch gewünscht.

Bewohnerbefragungen in Passivhäusern: Subjektive Zustimmung zur Behaglichkeit

Neben den Messergebnissen, welche die hohe Behaglichkeit im Passivhaus objektiv bestätigen, gibt es auch noch mehrere wissenschaftliche Befragungen von Passivhaus-Bewohnern. So wurden u.a. die Bewohner der Passivhäuser in Kassel-Marbachshöhe (Geschosswohnungsbau mit Mietern), Hannover-Kronsberg (Reihenhäuser, Eigentümer) und Wiesbaden (Reihenhäuser, Eigentümer) befragt.

Exemplarisch seien hier die Ergebnisse der sozialwissenschaftlichen Untersuchungen in der Passivhaussiedlung am Kronsberg in Hannover genannt: 80% der Befragten beantworteten die Frage “Kommt es vor, dass es in Ihrem Haus nicht warm genug ist?” mit “Nein” und die Frage “Wie zufrieden sind Sie mit dem Innenklima Ihres Hauses während der Heizperiode?” beantworteten sogar 96% mit “zufrieden” bzw. “sehr zufrieden”

Auch die Mieter der Geschosswohnungsbauten in Kassel sind sehr zufrieden mit den Temperaturen in ihren Wohnungen – sommers wie winters. In einer von Frühjahr 2000 bis Herbst 2002 andauernden Untersuchung waren sie drei Mal von Mitarbeitern der Universität Kassel befragt worden. Wider die Erwartungen der Mieter war es angenehm kühl im Sommer, was auch messtechnisch dokumentiert werden konnte.

2. Tag des Passivhauses am 12. und 13 November 2005 – Behaglichkeit live erleben!

Wer die hervorragende Behaglichkeit eines Passivhauses selbst am eigenen Körper erleben möchte, kann bundesweit am 12. und 13. November 2005 ein Passivhaus in seiner Nähe besuchen! Interessierte Besucher finden die zur Besichtigung geöffneten Häuser unter www.ig-passivhaus.de Die Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland (IG Passivhaus) organisiert den Tag des Passivhauses zusammen mit Partnerverbänden, Architekten und Bauherren.

Das Ziel der Veranstaltung ist es, allen Interessierten die Möglichkeit zu bieten, Wohn- und Nicht-Wohngebäude im Passivhaus-Standard ganz in ihrer Nähe zu besichtigen. Das Passivhaus “zum Anfassen”, das Gespräch mit Bewohnern und Architekten sollen Fragen beantworten, überzeugen, begeistern.

Der erste Tag des Passivhauses 2004 war ein voller Erfolg gewesen: Über 300 Passivhäuser in Deutschland und Österreich standen den Besuchern offen. Bei der diesjährigen Wiederholung haben sich auch Schweiz, Polen, Belgien, Niederlande und sogar die USA angeschlossen.

Die IG Passivhaus vertritt als unabhängige Instanz den Passivhaus Qualitätsstandard und unterstützt aktiv dessen Verbreitung in Deutschland.

(Quelle: http://www.bauarchiv.de/baulex/article.php?sid=6831)
Weiterführende Informationen: http://www.ig-passivhaus.de

Artikel vom 24. Oktober 2005
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